7. November 2017

Good news statt Fake News

for English text, please scroll down***
Gestern ging unser Jugendworkshop "FAKE NEWS. Die Wahrheit hinter den Worten" zu Ende. 4 Tage mit SchülerInnen, Studierenden, FreiwiligendienstlerInnen und Berufstätigen aus Deutschland, Polen, Ungarn, Rumänien und der Ukraine. Trotz einiger Sprachschwierigkeiten waren die Gespräche intensiv und lebhaft.
Es geht ja auch um viel. Wer belogen wird, kann keine richtigen Entscheidungen treffen; es entstehen Vorurteile und Misstrauen. Kann man denn in so einer Welt noch vertrauen? Ja, man kann und muss, wie sonst sollte man Freundschaften aufbauen? Das heißt natürlich nicht blind vertrauen, sondern aufbauen auf dem Vertrauen in sich selbst und in die eigenen Fähigkeiten.
Wir haben den Begriff Wahrheit näher betrachtet, der in manchen Sprachen mit den Wörter Treue und Gerechtigkeit sehr eng verwandt ist, der also nicht immer nur Fakten bedeutet. Fakten müssen mit der Wirklichkeit übereinstimmen und können bewiesen werden. Wahrheit hat – auch in der Bibel – viel dem eigenen Handeln zu tun: mit Authentizität. Das könnte auch helfen, Fake News zu entlarven: Was ist die Absicht dahinter? Will da jemand einfach Angst oder Hass erzeugen? Sind die Quellen authentisch? Stehen die Autoren als echte Personen hinter dem, was sie verbreiten?
Es war dann auch gar nicht so, dass wir „Alten“ in der Tagungsleitung den jungen TeilnehmerInnen am Workshop Alles beibringen mussten. Vielmehr haben sie viel voneinander erfahren oder gemeinsam erarbeitet: in Interviews auf der Straße, in Gesprächen und  beim Rollenspiel und nicht zuletzt am Europaabend, wo sie die besonderen Situationen in ihrem jeweiligen Land vorgestellt haben, mit  informativen Videos und Länderquizzen, aber auch mit Tänzen, Liedern und allerlei Mitgebrachtem.  
Ein bisschen viel gesessen haben wir wohl. Wir vom Team nehmen uns das zu Herzen und vertrauen nächstes Jahr noch mehr in die Fähigkeiten der jungen Menschen, erzählen ihnen weniger und lassen mehr Bewegung aufkommen. 
Gegen Vorurteile helfen am besten eigene Erfahrungen. Meine Erfahrungen nach diesem Workshop mit jungen Menschen aus der Ukraine, aus Polen, Rumänien, Ungarn und Deutschland stimmen mich jedenfalls optimistisch für die Zukunft Europas.
***Yesterday we ended the youth workshop on "FAKE NEWS. The Truth Behind the Words". 4 days with students at school or university and some already working in a job - from Germany, Poland, Ukraine, Hungary and Romania. It was a very diverse group in every way. Despite some language difficulties, the discussions were intense and lively. 
There is much at stake, indeed. If people are lied to, how can they come to a right decision. It may lead to prejudice and distrust. But can one still trust at all? Yes, one can and one has to, how else can we build friendships? Of course, this does not mean blind trust but a trust built on the foundation of trust in ourselves and in our abilities.
We looked at the term Truth that, in some languages, is closely related to the words Faith and Righteousness/Justice. So Truth means more than just facts that always need to withstand scientific scrutiny, but Truth also means being true, acting truthful. To me, this seems to be also helpful in the face of fake news: What are the intentions of those who spread them? Do they mean to cause fear or hate? Are there authentic sources and do the authors stand for their messages as real persons?
It was not that we “old ones” from the team needed to teach the youngsters all of this. No, they did a great job learning from each other and finding out by themselves: in interviews in the streets of Berlin, in discussions and role playing and, last not least, in our Europe Evening with informative videos presenting the respective countries, with quizzes, songs, dances and all kinds of contributions.
We may have spent too much time just sitting in our chairs. We, the team, have taken note of that and plan on trusting in our young participants’ abilities more next year. 
The best remedy against prejudice is personal experience. My experience with these young people from Germany, Poland, Romania, Hungary and Ukraine do indeed leave me with good hope for a future Europe.

20. Oktober 2017

EUROPÄISCHE BIBELDIALOGE 2018

Die neuen Halbjahresprogramme sind gedruckt und gehen nun so nach uns nach raus. Wer nicht sowieso schon eins bekommt, kann auch bei mir welche bestellen. (hahn@eaberlin.de) Es ist immer noch so, dass die meisten neuen Teilnehmerinnen kommen, weil jemand ihnen persönlich gesagt hat, dass sich der Weg nach Berlin lohnt. Vier Tage mit Bibel und interessanten Leuten aus ganz Europa, gute Gespräche und Lieder und was zu lachen ist auch meistens dabei, auch wenn dieThemen ernst sind. Die letzten beiden Bibeldialoge dieses Jahr sind jetzt zum Platzen voll. (Was mich ja freut!) für 2018 gibt es schon noch Plätze.

18. Oktober 2017

WIE DAS NEUE IN DIE WELT KOMMT - How the new comes into the world

Heute habe ich die Tagungsunterlagen an die angemeldeten TeilnehmerInnen unseres Bibeldialogs „Wie das Neue in die Welt kommt“ verschickt. Der Untertitel lautet "Ein neugieriger Blick in Bibel und Koran." Mit dieser Tagungsreihe haben wir uns vorgenommen, immer auch einen Blick auf das zu werfen, was die beiden anderen Religionen, Judentum und Islam zum Thema zu sagen haben. Die Diskussionen können da schon mal recht heftig ausfallen, aber es mag am Geist der Bibeldialoge liegen, dass wir am Ende doch mehr Gemeinsames finden als schmerzhaft Trennendes. Nein, zu Bekehrungen kam es bisher nicht und das ist auch nicht so gedacht. Welcher Glaube uns geschenkt ist, liegt in Gottes Hand. 
Die Angst oder auch nur Vorsicht gegenüber Neuem kennen die meisten Menschen. Das ist letztlich auch eine Überlebensstrategie. Wenn man etwas nicht kennt, weiß man nicht, ob es gefährlich sein könnte. Das gilt eigentlich auch für uns unbekannte Menschen. Geh nicht mit Fremden mit, sagen wir kleinen Kindern. Was aber hat das damit zu tun, dass Menschen, die vor Krieg und Gewalt fliehen, in unserem Land, auf unserem Kontinent Hilfe und Zuflucht suchen? Das könnte die Antwort sein: das Neue und Unbekannte, dagegen hilft aber doch nur, sich gewöhnen und die Neuen im Land kennenlernen. .

Auch dieses Jahr werden wir wieder ein bunte, internationale und vielfältige Gruppe sein mit Teilnehmenden aus Deutschland, Lettland, Estland, Schweden, Rumänien, Bosnien-Herzegowina und sogar aus Afrika. Rabbiner Dr. Walter Rothschild wird uns das neue aus jüdischer Sicht beschreiben, Neda aus muslimischer, Markus und Allen aus christlicher Sicht. Wir werden eine noch ganz neue Moschee besuchen, in der so manches ebenfalls ganz neu ist. 

Today I mailed the conference information to our participants of the Bible dialogue "HOW THE NEW COMES INTO THE WORLD, An inquisitive look at Bible and Quran". We wil be an international, group from all generations and various confessions or religions. As usual in the series of conferences, there will be hot discussions and I hope we will once more that as human beings we will find more in common that what keeps us apart. No, we do not aim for conversions. what ever faith we are graced with is in God's hand alone. But we will hear about Jewish and Christian and Muslim approaches to what is new in our world. As Christians we were once new to the world of the Antiquity and not at all welcome. It is only human to be wary in the face of the unknown. It is a strategy to survive. what or whoever we don't know may be dangerous. Do not go with strangers we tell children. But what does this have to do with people fleeing war and violence to find refuge in our country? Maybe that is the answer. If what is new and unfamiliar makes us afraid they let's get to know each other. 

6. Oktober 2017

Vom Winde verweht - Fake News and No News

Gestern war Sturm in Berlin. Orkanartige Böen haben allerlei Schaden angerichtet. Wir waren ja gewarnt. Die Straßen im Zentrum der Stadt waren voller Menschen wie immer. Ärger statt Sorge an den haltestellen, wo man erfahren konnte, dass der öffentliche Nahverkehr aus Sicherheitsgründen nicht mehr führ - nur die U-Bahn fuhr, da unten ist es nicht so windig und Bäume können nicht auf die Gleise fallen. War das das größte Problem? 7 Menschen sind in Deutschland gestern durch den Sturm ums Leben gekommen, auch eine Berlinerin wurde in ihrem Auto von einem Baum erschlagen. Die weitaus verherenderen Stürme in den USA sind uns noch in Erinnerung, aber die USA (wie auch Südostasien, über deren Wetter-Toten man kaum eine Randbemerkung in der Zeitungs liest) sind weit weg. Xaver ist nicht Harvey. Und die Medien übertreiben ja sowieso immer. Sind wir deshalb gestern trotz Warnung unterwegs gewesen? Oder sidn die Warnungen gar nicht bei allen angekommen, weil sich manche schon gar nicht mehr über die traditionellen Medien (Radio, Zeitung, TV...) informieren? Zu langweilig oder vertrauen wir deren Informationen schon nicht mehr? Ich habe die Warnung morgens im Radio gehört und beim Deutschen Wetterdienst bestätigt - aha, ich war also auch nicht ganz sicher, ob das im Radio alles ein bisschen übertrieben war. War es übertrieben? Nein, wir hatten in Berlin (fast alle) einfach Glück, dass es nicht schlimmer kam. 

27. September 2017

LEBEN AUS DER QUELLE

Am Montag ging unser Bibeldialog für Ehrenamtliche in der Gemeindeleitung zu Ende. Wir waren eine sehr kleine Gruppe, aber immerhin aus 4 verschiedenen Ländern und ebenso vielen Bundesländern und die, die gekommen sind, waren genau die Richtigen, um in 4 Tagen aus einer Gruppe von Fremden eine Gemeinschaft wachsen zu lassen, eben eine kleine Gemeinde auf Zeit, wobei die Freundschaften womöglich die Tagungszeit überdauern. Unser Thema waren die Quellen, aus denen wir unsere Kräfte schöpfen, fürs Ehrenamt in der Gemeinde und natürlich für unser Leben insgesamt. Gottes Wort spielte bei vielen dabei natürlich eine große Rolle, ob im Bibelstudium oder im Gottesdienst, aber nicht minder sind es die Menschen, denen wir begegnen, mit denen wir zusammenarbeiten, mit denen wir unser Leben teilen, die uns zur Quelle für neue Kraft werden, wenn wir uns auch mal leer und erschöpft fühlen. Auch mit diesen eher kräftezehrenden Faktoren in unseren Ämtern haben wir uns beschäftigt und wie so oft fanden sich Anregungen und Antworten vor allem auch in den Gesprächen der Teilnehmenden untereinander. Das Leitungsteam hat wie immer eine rundum gute Begegnung zusammengestellt: Die Tage begannen mit  der Morgenandacht, die ganz wunderbar in den Tag eingestimmt haben; Bibelstudium mit unterschiedlichen Arbeitsmethoden erlauben, sich den Texten auf eigenen Weise zu nähern. Ein filmischer Blick aufs Thema ließ auch Blicke aus anderem Winkel zu. Wie so oft hätte man auch nach dem Gastvortrag zu Lust und Frust im Ehrenamt (und Hauptamt) mehr Zeit zum Fragen und Diskutieren gebrauchen können. Hoffentlich kommen alle wieder, dann holen wir das nächstes Jahr nach.

19. September 2017

Ökumenischer Aufruf zur Bundestagswahl WIR HABEN DIE WAHL!

„Demokratie stärken durch Beteiligung und Respekt“
Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, rufen zur Beteiligung an der bevorstehenden Wahl zum Deutschen Bundestag am 24. September 2017 auf.
In dem Anfang September veröffentlichen Aufruf betonen Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx, dass sich die christlichen Kirchen in der Mitverantwortung für das Gemeinwesen sehen. „Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger, den politischen Weg unseres Landes aktiv mitzugestalten. Der erste und wichtigste Schritt dazu ist, sich über die anstehenden Entscheidungen ein eigenes verantwortliches Urteil zu bilden und das Wahlrecht auszuüben.“ Die Demokratie lebe durch Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. „Je höher die Wahlbeteiligung ist, umso stabiler ist das Mandat derjenigen, die Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen. Umso besser können auch die Anliegen und Interessen der Wählerinnen und Wähler im Parlament vertreten und in eine Politik umgesetzt werden, die dem Gemeinwohl dient“, schreiben Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx.
Im Wahlaufruf legen die beiden Vorsitzenden verschiedene aktuelle Themenaspekte dar, insbesondere die des Zusammenlebens und der demokratischen Streitkultur. Außerdem betonen Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx, dass Deutschland weltoffen bleiben und weiter Verantwortung für die Schwächsten und Verwundbarsten übernehmen müsse. In diesem Zusammenhang heben sie den europäischen Zusammenhalt sowie eine Stärkung der internationalen Friedensordnung hervor.
Hannover, 4. September 2017 (so die Pressestelle der EKD)

Und hier der Link zum Originaltext: https://www.ekd.de/Aufruf-zur-Bundestagswahl-28193.htm

15. September 2017

Prophetinnen in der hebräischen Bibel

Die Fortbildung für PrädikantInnen ist nun bald eine Woche schon vorbei, aber ein paar freie Tage mussten einfach sein. Nein, die Tagung war gar nicht so anstrengend, vielmehr wollte ich die wunderbare Atmosphäre einfach noch eine Weile nachwirken lassen, bevor mich der Schreibtischalltag wieder hat. Wir waren 25 Personen aus 10 deutschen Landeskirchen und aus Siebenbürgen (Rumänien), darunter erfreulich viele, die zum ersten Mal zu einem Bibeldialog kamen. (Fast) alle sind ehrenamtlich im Verkündigungsdienst tätig und dies mit großer Freude und Liebe zum Wort Gottes. Und das spürt man. Es gibt wohl keinen anderen Bibeldialog, wo ohne Murren die Abwesenheit eines freien Nachmittags hingenommen wird – schließlich gibt es so viel zu lernen. Die Bibelarbeiten, diesmal zu den Prophetinnen in der hebräischen Bibel, standen klar im Zentrum der Tagung – neben den vielen Gesprächen in Kleingruppen und bei den Mahlzeiten und in den Pausen…
Sehr geschätzt wurden die sorgfältige Vorbereitung des Leitungsteams, das hier auch ehrenamtlich mitwirkt und viel Freizeit in die Arbeit steckt, und der Beitrag von Rabbinerin Offenberg. Auch den PrädikantInnen ist es wichtig, die heiligen Texte des Judentums nicht einfach zu kapern, sondern respektvoll als das wahrzunehmen, was sie sind. Ohne das so genannte „Alte Testament“ können wir Christen Jesus, den Juden, nicht verstehen.
So war der Wunsch der meisten Teilnehmenden, auch im nächsten Jahr wieder ein Thema aus der hebräischen Bibel zu wählen, keine Überraschung.

30. August 2017

Christlich meditieren? Christian meditation?

Am Sonntag schon endete mit dem Reisesegen der Europäische Bibeldialog zum Thema christlicher Meditation. Das Programm war ein bisschen zu dicht, und es fehlten Zeit und Ruhe, die verschiedenen vorgestellten Methoden auch auszuprobieren. Unsere TeilnehmerInnengruppe war bunt gemischt aus 6 verschiedenen Ländern, Menschen, die ganz neugierig waren, weil sie mit Meditation noch gar nichts zu tun hatten und Andere, die schon viel Meditationserfahrung hatten. Die Erwartungen an die Tagung gingen daher weit auseinander. Zugleich sollte es ja auch eine Begegnungstagung und ein Bibeldialog sein… es war ein Experiment und auch einmalig gedacht. Nun wäre es vielleicht doch schade, aus den gemachten Fehlern nicht zu lernen.
Ein erkenntnisreiches Highlight für mich war der stille Gang durch Kreuzberg, als Exerzitien auf der Straße und als ein geschenkter neuer Blick auf das Leben in der Stadt.
Danken möchte ich der Gruppe der Teilnehmenden, die sich aus dem ganzen großen Angebot das herausnahmen, was ihnen gut tun würde: für die einen waren es die Körperübungen, die sie beim Meditieren unterstützen können oder zumindest zur Entspannung beitragen, die anderen der Austausch mit den Menschen aus verschiedenen Ländern und mit den biblischen Texten. Den beiden Leitern, die sich auf dieses Experiment ganz spontan eingelassen haben, gilt mein besonderer Dank. Die Quadratur des Kreises war das Ziel. Mit ihrer Flexibilität und der Bereitschaft, auf ganz unterschiedliche TeilnehmerInnenwünsche einzugehen und irgendwie doch alle angekündigten Einheiten unterzubringen, sind die beiden so dicht wie möglich herangekommen.

On Sunday we finished the first ever European Bible Dialogue on Christian meditation. It was an experiment and not at all easy to bring together expectations for an international encounter and intensive bible study and introduction to various methods of christian meditation. The theoretical parts took time, too much time maybe, but then, it was hard to drop things from the programme. 19 people from 6 European countries managed in the end to become a community. I am grateful for all who were willing and able to adjust their expectations and enjoy what was offered and the unique chance to meet with people from Germany, Lithuania, Spain, Russia, Romania and Poland.

23. August 2017

Alläglich (Gott er-)leben - Christian Meditation

Nach etwas Bangen, ob die Tagung zum thema "Alltäglich (gott er-)leben" wohl noch voll wird, zumal es dann doch wideer Absagen gegeben hatte, geht es heute los mit dem Bibeldialog zur christlichen Meditation. Wir werden viel erfahren zu den unterschiedlichen Methoden und Traditionen und auch selbst üben und ausprobieren, wie es sich anfühlt. Viele von uns hetzen so durch ihren Alltag, dass es mitunter schwerfällt, anzuhalten und ja, auch "innezuhalten". Das Wort ist ein bisschen altmodisch, was nicht verwundert, denn das Wort "innen" steckt da mit drin. An unsere Mitte, unser "Innen" wollen wir uns diese Tage annähern. Ich freue mich drauf.
Ach ja: 19 Menschen aus 6 verschiedenen Ländern wagen sich ins bibeldialogische Neuland.

we were concerned that maybe this conference may be too small. It is the first time that a Bible Dialogue is completely about Christian meditation. We will hear about a diversity of methods to find our inner selves and we will also practice them. Mayn of us just keep hurrying through their lives and it is not always easy to stop and center ourselves. We will be 19 people from 6 different countries in this Bible Dialogue experiment. I look forward to it.

14. August 2017

Was sollen wir beten? - What to pray?

Diesmal konnte ich nur teilweise teilnehmen, deshalb poste ichlieber gleich Klaus-Dieters Eindrücke, die er mir freundlciherweise gemailt hat: Er igehört zum Leitungsteam dieser Tagungsreihe und in besonderem Maße Herz und Kopf der Arbeit!
"Dieser Bibeldialog war in vielerlei Hinsicht besonders. Aber ist das nicht jede Begegnungstagung je auf ihre Weise?  33 Menschen trafen sich auf Schwanenwerder zu: "Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen. Von der Unsicherheit und Ratlosigkeit beim Beten." 33 suchende Menschen aus Rumänien, den Niederlanden und aus Deutschland unterschiedlicher Konfessionen und mit deutlich unterschiedlichen Gebetstraditionen. Den Einführungsnachmittag haben wir Frau Dr. Ilsabe Alpermann vom Amt für kirchliche Dienste in der EKBO zu verdanken, die uns in großer Methodenvielfalt mit Hilfe eines teilnehmenden Vollblutmusikers mitgenommen hat; auch noch mit den unbekanntesten Gesangbuchversen. Das war eine besondere Entdeckung. Schön auch, dass Frau Alpermann noch 2 Tage bleiben konnte und wir ihr Referat nachlesen können.

Am Montag war Rabbiner Dr. Andreas Nachama zu Gast, der dieses Mal nicht als Direktor der "Stiftung Topographie des Terrors" angefragt war, sondern über jüdische Gebetspraxis und Psalmen angefragt war. In den Kleingruppen danach hatten wir die Möglichkeit, über das Kaddisch schalem und ein besonderes Gebet am Krankenbett nachzudenken.
Der Dienstag komplettierte das Programm durch den Vortrag von OKR Dr. Martin Evang von der UEK in der EKD über das "Vater unser". Alle drei Referate haben in der Auswertungsrunde am Ende eine lobende Beurteilung erhalten.
Die fundierte Bibelarbeit, die wir alle Jahre hindurch durch die Pfarrer*innen gewöhnt waren, hat sich auch in diesem Bibeldialog als tragend herausgestellt und wird auch die Basis für die Weiterarbeit in einem veränderten Team sein müssen.
Die Arbeit in Kleingruppen nach den Bibelarbeiten wurde wieder sehr angenommen, ebenso die Neigungsgruppen am Nachmittag, die zwei Tage in gleicher Zusammensetzung beieinander waren. Die erste Gruppe verantworteten Christine und Dr. Ekkehard Seeber, die nach 20 bzw. 15 Jahren Vorbereitungs- und Leitungsverantwortung zurücktreten wollen. In sehr besonderer Weise haben beide wiederum durch persönliche Zugänge und großen Einsatz diese Gruppe geprägt. An dieser Stelle sei dafür der Dank vieler Menschen aus der Auswertungsrunde nochmal vervielfältigt. Auch das eigene Liederbuch alle Jahre war eine große Bereicherung, zumal auch noch der Kantor mitgebracht worden ist, der uns auch abends am Flügel und mit dem Akkordeon zu Sangesstunden besonderer Erinnerung verholfen hat.
Die zweite Arbeitsgruppe hat sich mit dem Film "Die große Stille" beschäftigt. An einem der Abende stand ein anderer Film zur Diskussion, die reichlich genutzt wurde.
Am Dienstag waren Beate Gatscha und Gert Anklam zu Gast mit einem Überraschungsprogramm am Wannsee zum Sonnenuntergang und beeindruckten uns mit einem Extralied für den Bibeldialog und sein Thema und zeigten so in besonderer Weise ihre Verbundenheit. Ein Höhepunkt in vielfacher Weise; aber auch durch Natur und Wetter optimal "organisiert".
Der Mittwochvormittag stand im Zeichen der Gottesdienstvorbereitung für den Abschlusstag, der als Höhepunkt und Mittelpunkt der Begegnungstagung einen besonderen Stellenwert hat. Menschen, die früher abreisen müssen, verpassen so möglicherweise etwas Wichtiges.
Der Mittwochnachmittag war frei zur Erholung oder als Einladung in die Alte Nationalgalerie angeboten. Caspar David Friedrichs "Mönch am Meer" stand im Mittelpunkt für unser Thema; darüber hinaus waren drei Stunden Kunsterleben möglich, aber nicht zwingend. Zur Abendandacht im Berliner Dom saßen wir mit handybewaffneten Touristen zusammen und ich hatte Mühe, den Worten des Pfarrers Steinhoffs zu folgen. 
Der Gottesdienst am letzten Tag war wieder der Höhepunkt, denn die Beteiligung aller an der Ausgestaltung des Gottesdienstes macht es zu einem besonderen Erlebnis. Welche Ausformulierungen hat das Credo, wie gestaltet sich die Predigt nach den Lesungen in den verschiedenen Sprachen? Wer hat was zu sagen in den Fürbitten? Wie gestalten wir unsere Ein- und Aussichten? Carmen Bianu hat durch die Auswahl der Gebete die täglichen Morgenandachten bereichert und bei Vorbereitung und täglichem Organisieren immer alles hergerichtet mit Ruthild zusammen, sodass es wieder eine sehr auf Harmonie bedachte Tagung werden konnte.
Wir sind für Anregungen offen, für Kritik und besonders für Themenvorschläge.
Mögen alle behütet bleiben und in der Gnade des HERRN
KDE"